Chronik
Was als kleine Gruppe mit großer Idee begann, ist heute eine starke Gemeinschaft mit jahrzehntelanger Erfahrung und klarer Mission: Retten, helfen, ausbilden. Seit 1960 steht die Wasserwacht Schwarzenbach für Engagement im und am Wasser – ehrenamtlich, professionell, mit Herz.
Unsere Chronik zeigt, wie viel sich verändert hat – und was immer geblieben ist: der Wille, Verantwortung zu übernehmen. Von der ersten Übung bis zum modernen Sanitätsdienst, vom Schwimmkurs bis zum Wasserrettungseinsatz.
Tauche ein in unsere Geschichte – und entdecke, was uns seit über 60 Jahren antreibt.
1960
Am 7. Juni 1960 gründete eine kleine Gruppe um Karl-Heinz Kühlmann im Clubheim des 1. FC Schwarzenbach die Wasserwacht Schwarzenbach/Saale. Anlass war die Eröffnung des neuen Waldbads „Schiedateich“, an dem künftig ein Wasserrettungsdienst sichergestellt werden sollte.
Unterstützung erhielt Kühlmann, der bereits Mitglied der Wasserwacht Hof war, von Karl Böhm und Willy Härtel aus dem BRK-Kreisverband.
Die erste Ausstattung war überschaubar: sechs Badehosen, sechs Mützen, eine Wolldecke und ein Wurfball. Noch im Sommer 1960 übernahm die neu gegründete Ortsgruppe unter ihrem ersten Vorsitzenden Karl-Heinz Kühlmann den Wasserrettungsdienst am Schiedateich.
1974
Trotz Vorbehalten der Wasserwacht-Abteilung Hof entschied sich die Ortsgruppe, den eigenen Nachwuchs künftig in einer Jugendgruppe auszubilden. Die Leitung übernahm Walter Morgeneier.
Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 34 Personen Mitglied der Ortsgruppe.
1976
Mit der Fertigstellung des Förmitzspeichers rückte für die Ortsgruppe ein neues Einsatzgebiet in den Fokus. Für den geplanten Wachdienst gründete die Vorstandschaft eine Projektgruppe Förmitzspeicher mit Walther Köhler, Karl Hein und Hans Lauckner.
Für die notwendige Ausstattung wurden rund 16.700 DM veranschlagt. Ein großer Teil der Summe sollte durch Veranstaltungen, Sammlungen und Spenden finanziert werden.
1977
Im März wurde Karl-Heinz Kühlmann als Vorsitzender bestätigt, Siegfried Tost blieb sein Stellvertreter.
Ende April wurde ein Iglu als Wachstation am Förmitzspeicher aufgebaut. Rettungsbrett, Funkgeräte und Boote ergänzten die Ausstattung. Am 14. August wurde die Station offiziell eingeweiht.
Schon im ersten Jahr leisteten die Mitglieder 1.855 Wachstunden, führten 39 Hilfeleistungen durch und retteten zwei Menschen vor dem Ertrinken.
Parallel liefen Ausbildung und Jugendarbeit weiter. Im Winter trainierte die Jugend wöchentlich im Hallenbad, das die Stadt Schwarzenbach kostenlos zur Verfügung stellte.
1978
1978 wurde der Antrag zum Bau der späteren Wasserwacht-Hütte gestellt. Gleichzeitig entwickelte sich der Wachdienst am Förmitzspeicher weiter.
Am 23. Juli fand das erste Seefest statt. Dabei wurde auch das neu beschaffte Motorrettungsboot vom Typ Dory 13getauft. Kurz darauf erhielt die Ortsgruppe die offizielle Genehmigung, den Förmitzspeicher mit dem Motorrettungsboot zu befahren.
Mit dem ehemaligen Krankenhaus „Sophienstift“ stellte die Stadt dem BRK zudem neue Räume zur Verfügung. Die Wasserwacht erhielt dort erstmals einen eigenen Lagerraum; gemeinsam mit Sanitätsbereitschaft und Bergwacht konnte außerdem ein Unterrichtsraum für Aus- und Fortbildungen genutzt werden.
1979
Im März übernahm Siegfried Tost vorübergehend die Leitung der Ortsgruppe. Karl-Heinz Kühlmann konnte sein Amt nach fast 20 Jahren aus baulichen Gründen zunächst nicht weiterführen.
Mit der wachsenden Beliebtheit des Förmitzspeichers stiegen auch die Einsatzzahlen deutlich. In der Saison wurden 89 Wassersportler aus Notlagen unterstützt, 56 Surfer und Segelboote geborgen und 135 Rettungseinsätze mit dem Motorrettungsboot gefahren.
Am 8. Juli fand das zweite Seefest statt. Neben Vorführungen der Wasserrettung kam es während der Veranstaltung zu einem tatsächlichen Einsatz: Eine Segeljacht war gekentert. Die fünf Personen an Bord konnten gerettet und an der Wachstation versorgt werden.
Bis zum Ende der Badesaison am 14. Oktober leisteten die Mitglieder insgesamt 1.296 Wachstunden.
1980
Schon zu Jahresbeginn trainierten Rettungstaucher aus Hof und Schwarzenbach unter winterlichen Bedingungen die Eisrettung am Förmitzspeicher.
Von Mai bis Oktober leistete die Ortsgruppe insgesamt 2.020 Wachstunden und unterstützte 89 Wassersportler. Außerdem wurden 37 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer ausgebildet – darunter auch Nichtmitglieder.
Die Jugendarbeit blieb ebenfalls stark: Unter Jugendleiter Dieter Tröger nahmen insgesamt 699 Jugendliche an 30 Übungsabenden im Hallenbad teil.
Im Oktober feierte die Ortsgruppe schließlich ihr 20-jähriges Bestehen.
1981
1981 stand besonders die Jugendgruppe im Mittelpunkt. Nach Siegen beim Abteilungswettkampf in München und beim Bezirksentscheid in Schwarzenbach qualifizierten sich die Teams für den Landesentscheid in Sulzbach-Rosenberg.
Auch am Förmitzspeicher blieb die Ortsgruppe stark gefordert: An mehr als 60 Tagen wurden insgesamt 1.935 Wachstunden geleistet.
Das Seefest am 2. August zog rund 2.000 Besucher an. Der Erlös war für den Bau einer neuen Wachstation vorgesehen, für die bereits eine Genehmigung vorlag. Bei den Neuwahlen übernahm Karl-Heinz Kühlmann erneut den Vorsitz. Die Mitgliederzahl stieg auf 127.
1982
Im Frühjahr begann der Bau einer neuen Wachstation am Förmitzspeicher. Die Arbeiten wurden vollständig in Eigenleistung ausgeführt. Finanziert wurde die Blockhütte aus der Kameradschaftskasse, durch Spenden aus Schwarzenbach sowie mit Unterstützung der Stadt und aus den Erlösen vergangener Seefeste.
Unterhalb der neuen Wachstation entstand zugleich ein fester Stellplatz für das Rettungsboot. Damit entfiel der regelmäßige Transport aus Schwarzenbach.
Am 1. August wurde die neue Wachstation im Rahmen des Seefests offiziell eingeweiht.
Bis dahin hatte die Ortsgruppe insgesamt 9.873 Wachstunden geleistet.
1983
Die neue Wachstation wurde bereits im folgenden Frühjahr auf die Probe gestellt: Ein Sturm deckte das Dach teilweise ab. Nach der Reparatur wurde es zusätzlich mit Stahlseilen gesichert.
Am 15. und 16. Oktober trat die Mädchenmannschaft beim Landes-Rettungsschwimmwettbewerb der Jugend in Senden bei Ulm an. Nach einem starken ersten Wettkampftag lag das Team zunächst auf Platz eins. Am Ende erreichten die Schwarzenbacherinnen den 4. Platz.
1984
Im Frühjahr begann der Bau einer neuen Wachstation am Förmitzspeicher. Die Arbeiten wurden vollständig in Eigenleistung ausgeführt. Finanziert wurde die Blockhütte aus der Kameradschaftskasse, durch Spenden aus Schwarzenbach sowie mit Unterstützung der Stadt und aus den Erlösen vergangener Seefeste.
Unterhalb der neuen Wachstation entstand zugleich ein fester Stellplatz für das Rettungsboot. Damit entfiel der regelmäßige Transport aus Schwarzenbach.
Am 1. August wurde die neue Wachstation im Rahmen des Seefests offiziell eingeweiht.
Bis dahin hatte die Ortsgruppe insgesamt 9.873 Wachstunden geleistet.
1985
Nach fast 25 Jahren gab Karl-Heinz Kühlmann den Vorsitz der Ortsgruppe ab. Neuer Ortsgruppenleiter wurde Siegfried Tost. Kühlmann blieb der Ortsgruppe weiterhin eng verbunden und unterstützte sie mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten.
Das 25-jährige Bestehen wurde mit mehreren Veranstaltungen gefeiert. Ein besonderer Meilenstein: Karin Hösch erhielt als erste Frau der Ortsgruppe den Bootsführerschein für das Motorrettungsboot und schloss die Prüfung zugleich als Beste ab.
Beim Jubiläums-Seefest demonstrierte die Ortsgruppe ihre Einsatzfähigkeit mit einer großen Wasserrettungsübung.
Im Jahresverlauf wurden 1.322 Wachstunden, 45 Hilfeleistungen und fünf medizinische Versorgungen dokumentiert.
1989
Bei der Jahreshauptversammlung wurde Walter Morgeneier zum neuen Ortsgruppenleiter gewählt, Claudia Hösch übernahm die Leitung der Jugendgruppe.
Im Oktober führte ein außergewöhnlicher Einsatz die Wasserwacht erstmals weit weg vom Förmitzspeicher: Am Hofer Hauptbahnhof unterstützten die Mitglieder bei der Ankunft der Sonderzüge mit DDR-Flüchtlingen aus der bundesdeutschen Botschaft in Prag.
1991
Ende August beteiligte sich die Wasserwacht am ersten Altstadtfest in Schwarzenbach. Mit einer Fähre über die Saale war die Ortsgruppe Teil des Festprogramms.
1992
1992 fand in Schwarzenbach erstmals die Stadt- und Gaumeisterschaft im Schwimmen statt.
1994
Im Juli nahm die Ortsgruppe an einer großen Gemeinschaftsübung mit Feuerwehr und BRK-Bereitschaft teil. Insgesamt waren 130 Helferinnen und Helfer an der angenommenen Unfallstelle zwischen Förmitz und Völkenreuth im Einsatz.
Am 7. August wurde im Rahmen des Seefests ein neues Rettungsboot in Dienst gestellt. Es erhielt den Namen „Neptun“ und ersetzte das bis dahin 16 Jahre alte Vorgängermodell. Die notwendige Einsatzausstattung wurde erneut über Spenden finanziert.
Auch beim Stadtfest war die Wasserwacht stark gefordert. Insgesamt kamen im Jahresverlauf 1.471 Dienststunden zusammen.
2000
Im Frühjahr begann der Bau des neuen BRK-Heims. Gleichzeitig wurde das Rettungsboot mit einem Echolot ausgerüstet.
Beim Stadtfest veranstaltete die Wasserwacht erstmals ein Sautrog- und Badewannenrennen sowie Saale-Rafting für Kinder.
Im Jahresverlauf wurden insgesamt 2.904 Wachstunden geleistet.
2001
Im Februar zog die Ortsgruppe mit Fahrzeugen und Ausrüstung aus der bisherigen Garage in das neue Rot-Kreuz-Haus um. Im Mai folgten die offizielle Einweihung und ein Tag der offenen Tür.
Beim Neuburger Donauschwimmen trat die Wasserwacht mit einem selbstgebauten, zwölf Meter langen „Saalewaller“auf dem Schlauchboot an und gewann den Preis für das originellste Gefährt.
Auch die Jugend war erfolgreich: Beim Jugendschwimmwettbewerb belegten die Stufen 1, 2 und 4 jeweils den ersten Platz und qualifizierten sich damit für den Bezirksentscheid.
Beim ersten Schwarzenbacher Halbmarathon übernahm die Wasserwacht gemeinsam mit Bergwacht und Bereitschaft den Sanitätsdienst.
2002
2002 wurde die Alarmierung der Ortsgruppe modernisiert: Erstmals kamen Funkmeldeempfänger („Piepser“) zum Einsatz. Zudem wurde mit einem VW Golf ein zweites Wasserwacht-Fahrzeug in Dienst gestellt.
Zum Start der Wachsaison fand eine gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Schwarzenbach statt. Beim zweiten Ausbildungszeltlager an der Wachstation wurden außerdem die ersten Wasserretter der Kreiswasserwacht Hof ausgebildet.
Beim zweiten Schwarzenbacher Halbmarathon stellte die Wasserwacht mit mehr als 30 Einsatzkräften den Sanitätsdienst sicher.
2007
Beim Jugend-Rettungsschwimmwettbewerb qualifizierten sich die Stufen 1 und 2 für die Bayerischen Meisterschaften.
Nach 30 Jahren Wachdienst am Förmitzspeicher wurde pünktlich zum Seefest ein neuer Stromanschluss an der Wachstation in Betrieb genommen. Gleichzeitig begann die Planung für eine neue Wachstation.
Die Helfer vor Ort wurden im Jahresverlauf zu 166 Einsätzen gerufen. Insgesamt leisteten die Mitglieder bei Einsätzen, Wachdiensten, Ausbildungen und Veranstaltungen mehr als 10.000 ehrenamtliche Stunden – ein neuer Höchststand in der Geschichte der Ortsgruppe.
2008
Nach 28 Jahren fand wieder ein Jugend-Rettungsschwimmwettbewerb auf Bezirksebene in Schwarzenbach statt. Für die Durchführung waren rund 40 Helferinnen und Helfer der Ortsgruppe im Einsatz. Alle Mannschaften der Kreiswasserwacht Hof wurden dabei von Schwarzenbach gestellt.
Die Firma Sandler stellte der Wasserwacht ein Fahrzeug als neues Helfer-vor-Ort-Fahrzeug zur Verfügung. Im Jahresverlauf rückten die Helfer vor Ort zu 275 Einsätzen aus.
Zum Beginn der Wachsaison wurde außerdem die neue Wachstation am Förmitzspeicher offiziell eingeweiht. Auch danach flossen noch mehr als 500 Arbeitsstunden in den Ausbau.
2010
Zum 50-jährigen Bestehen der Ortsgruppe standen mehrere besondere Ereignisse an. Bei Eisrettungsübungen am Förmitzspeicher wurde die Zusammenarbeit mit den benachbarten Feuerwehren trainiert. Im Februar und Juli unterstützten Schwarzenbacher Wasserretter außerdem bei Sucheinsätzen in Hof und Oberkotzau.
Für Einsätze am Förmitzspeicher wurde ein Quad in Dienst gestellt, um auch schwer zugängliche Bereiche schneller erreichen zu können. Im September folgte ein neues Einsatzfahrzeug, nachdem das bisherige Fahrzeug nach 14 Jahren ausgemustert worden war.
Auch die Jugend war erfolgreich: Die Mannschaft der Stufe 1 qualifizierte sich für die Bayerischen Meisterschaften in Viechtach und erreichte dort den 2. Platz.
Zum Abschluss der Wachsaison fand am Förmitzspeicher ein Wasserretter-Lehrgang mit Teilnehmenden aus mehreren Kreiswasserwachten statt. Das Jahr endete mit einem Ehren- und Jubiläumsabend zum 50-jährigen Bestehen der Wasserwacht Schwarzenbach/Saale.
2017
Am Förmitzspeicher findet eine Eisrettungsübung statt.